Pressestimmen

Eine glanzvolle Fontane Soiree im Potsdam Museum

Die „Musikalisch-literarischen Soireen“ in Potsdam- initiiert von Marianne Böttcher- haben am Samstagnachmittag im Potsdam-Museum den märkischen Dichterfürsten Theodor Fontane zu seinem 200. Geburtstag eindrucksvoll in Wort und Ton geehrt. Ein Quartett aus drei Musikern und einem Sprecher gestalteten ein literarisch und musikalisch gleichsam ansprechendes Programm. Die ungewöhnliche Besetzung von Flöte (Brigitta Winkler), Harfe (Nathalie Amstutz) und Gisbert Näther auf dem Horn trafen auf den Musikwissenschaftler und Kulturredakteur Klaus Büstrin. Dieser stellte Alfred Kerrs „Jubelgreis“ neben konkrete Fontanewerke wie: „Summa summarum“, „Die Alten und die Jungen“,  „Anfragen an den Dichter“, „Der Stechlin“ in Briefen und Auszügen aus dem 1. Kapitel bis hin zum unverzichtbaren „Herr Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“. Dazu erklangen passende Musiken von Zeitgenossen oder Nachgeborenen Fontanes als kontrastreicher Gegenpol. Im ersten Musikwerk bildete, für die meisten Besucher bisher ungehört, eine Serenade für diese seltene kammermusikalische Besetzung von Cesar Bresgen(1913-88). Die viersätzige Serenade spielte mit musikalischen Rückerinnerungen an die großen Romantiker bis hin zu Ravel und Debussy. Eine fantastische Balance zwischen den so verschiedenen Instrumenten konnte hier registriert werden. Die Harfenistin bewies die Kongenialität ihres Instrumentes in solistischen Passagen als auch in der Begleitung der beiden Soloinstrumente. Der Hornist und Komponist Gisbert Näther steuerte eine Uraufführung in Form eines Melodrams bei. Die fiktive Begegnung des Dichters mit dem großen Friedrich in „Auf der Treppe von Sans, Souci“ war neben seiner zeitgenössisch, musikalischen Grundstimmung offen für allerlei musikalische Anleihen. Das „königliche Thema“ aus J. S. Bachs „Musikalische Opfer“- lupenrein auf dem Horn intoniert und über Flöte und Harfe kontrapunktisch aufgenommen und bearbeitet- stand neben den Zitaten aus einer Flötensonate von Friedrich II. Alles zusammen kunstfertig in den Text eingewoben. Der Dialog zwischen dem alten König und dem Dichter geriet zu einer Glanzrolle für Klaus Büstrin, der selbst in rezitativischen Gesang übergehen konnte. Die Wiedergabe eines früheren Näther-Opus „der gefangene Vogel“ hatte eine Paraderolle für die stets hervorragend disponierte Flötistin bereit, die bereits davor mit dem „Divertissement Nr. 6 cis-Moll“ von Friedrich Kuhlau zu brillieren verstand. Theodor Dubois(1837-1924), Georges Barboteu(1924-2006) und letztendlich Jacques Ibert(1890-1962) mit „Entr´ acte“ für Flöte und Harfe bildeten weitere musikalische Quellen. Ein erfüllender Nachmittag in Wort und Ton.

Matthias Müller

Neue Musikzeitung Juli/August 2019

 

25 Jahre Soireen: Konzert im Potsdam Museum Leuchtende Spielfreude zum Jubiläum

 

Erwartungsvolle Stimmung und heiteres Plaudern erfüllten den voll besetzten Saal im Potsdam Museum am Samstagnachmittag. Anlass war das 25-jährige Bestehen des Vereins für Musikalisch-literarische Soireen Potsdam. Dass der kurz nach der Wende gegründete Verein dieses Jubiläum feiern konnte, war nicht voraussehbar. Als Gründerin von Anfang an dabei war Marianne Boettcher, Geigenprofessorin aus Berlin. Am Sonnabend erhielt die sympathische Dame nicht nur viele Glückwünsche und Danksagungen, sondern auch als Musikerin viel begeisterten Beifall.

 

Freundschaftlicher Austausch, musikalisches Aufeinander-Eingehen und Zuhören bestimmten den Abend auch dann, als zwei Solostücke erklangen. Gleich zu Beginn musizierten Marianne Boettcher und Peter Rainer von der Kammerakademie Potsdam eine festliche Triosonate von Giuseppe Tartini. Während dort beide Stimmen in himmlischer Terzenseeligkeit miteinander verschmolzen, lieferten sich die zwei Geigen in den Duos von Béla Bartók lebhafte, extravagante Dialoge, die vor Virtuosität und Spielfreude leuchteten. Von Italien und Ungarn ging es in einheimische Regionen mit der Triosonate G-Dur von Carl Philipp Emanuel Bach.

 

Bei der bewegten Wechselrede zwischen Birgitta Winklers Querflöte und Marianne Boettchers Violine konnte man dem Esprit am Hof von Friedrich II. nachspüren. War für jenen die Flöte das Instrument der Wahl, so entschied sich sein Nachfolger Friedrich Wilhelm II. für das Cello. Den nicht nur musikalischen Epochenwandel dokumentierte ein Satz aus einem Terzett von Luigi Boccherini mit berührenden harmonischen Schattierungen zwischen Dur und Moll. Damals gelangten mit den Brüdern Duport zwei der europaweit besten Cellisten nach Potsdam. Beim Arpeggio für Cello solo machte Wolfgang Boettcher dem Ruf von Jean-Pierre Duport als ein hervorragender Allegro-Spieler alle Ehre, so geschwind, leicht und tonrein sauste er über die Saiten. „Damit sie nicht denken, er spielt falsch“, kündigte der Berliner Cello-Professor das Solo „Saitenquelle“ aus der Reihe „Denkbilder“ des anwesenden Komponisten Gabriel Iranyi an. Mit Vierteltönen, Obertönen und anderen Raffinessen überwindet diese stringente Cellominiatur die Grenzen des Gewohnten. Iranyi ließ sich für das Stück von Theodor Adornos Texten zu Walter Benjamin inspirieren.

 

Ebenfalls anwesend war der Potsdamer Komponist Gisbert Näther, dessen spritziges Trio für Flöte, Violine und Klavier mit zahlreichen burlesken, trockenen, markanten Einfällen rasch vorüberzog. Mit Texten von Hannes Cibulka ließ Klaus Büstrin die Literatur zu Wort kommen. Der in der DDR geschätzte Schriftsteller hatte als stiller Bibliothekar in Gotha eine Nische jenseits der Politik gefunden. Seine Reflexionen über Sprache, Lesen und Leser, die Erinnerungen an frühe Musikerlebnisse zeugten von offenem Herzen und klarem Sprachsinn. Mit einem rasant vorgetragenen Csardas endete der Abend in sprühender Stimmung und mit den besten Wünschen für viele neue Jahre des Potsdamer Vereins für musikalisch-literarische Soireen.

(Babette Kaiserkern - Potsdamer Neueste Nachrichten vom 21.11.2016)

 

 

Lange vergessen und unterschätzt
Komponistinnen im Potsdam Museum: eine musikalisch-literarische Soiree


"Den heute leider noch zu seltenen Einblick in die musikalisch schöpferische Welt der Frau ermöglichte eine musikalisch-literarische Soiree am 28.November 2015 im Veranstaltungssaal des Potsdam Museums. Alle Kompositionen stammten von Frauen, sämtliche Instrumentalisten waren weiblich, passend zur aktuellen Ausstellung im Potsdam Museum „Künstlerinnen der Moderne – Magda Langenstrass-Uhlig und Ihre Zeit“. Eine konzertierte „Frauenpower“ in Potsdam.
Die musikalisch-literarischen Soireen, deren “spiritus rector“ die Berliner Professorin für Violine an der UdK Marianne Boettcher ist, sind seit Etablierung dieser Veranstaltungsreihe in den frühen 90er-Jahren ein fester Bestandteil im Potsdamer Kulturkalender. Die allgemeine Konzeption sowie deren inhaltliche Verdichtung, die musikalische Auswahl und die ausgesuchten Interpreten lassen diese Konzerte stets zu einem anregenden Erlebnis werden. So war es auch in dem konkreten Fall, in dem es gelang, zwischen Frauenkompositionen des 18. und 19. Jahrhunderts und der zeitgenössischen Klangwelt zu vermitteln.

Die Lieder von Juliane Reichhardt (1752 in Potsdam geboren und 1783 in Berlin verstorben) „An den Mond“ und „Liebe“ atmen den Geist der Wiener Klassik. Als Tochter des preußischen Hofviolinisten und Komponisten Franz Brenda hatte sie die Musik ihrer Zeit von frühester Jugend erfahren. Ebenso strahlten die Lied-Kompositionen ihrer Tochter Louise Reichhardt, die zu Lebzeiten eine vielgelobte Sopranistin und Komponistin war, ganz den Esprit der Romantik in der Musik aus. Die Sopranistin Maacha Deubner erfüllte mit ihrem voluminösen Sopran, der klaren Artikulation und musikalischen Gestaltungskraft den Konzertraum. Sehr einfühlsam und stilsicher wurde sie dabei von Katia Tchemberdji auf dem Klavier begleitet. In den „Drei Bogentänzen“ für Cello und Klavier trat diese später als Interpretin in eigener Sache auf. Mit Ehrengard von Gemmingen als Partnerin gelang eine überzeugende Interpretation des schönen Werkes. Die 1953 geborene Rumänin Violeta Dinescu war mit zwei Werken vertreten. In „Clairobscur“ (hell und dunkel) für Violine und Violoncello, einer klangschönen Komposition speziell für dieses Konzert geschrieben, und in „Satya“ für Violine solo gaben Ehrengard von Gemmingen und Marianne Boettcher einen nachvollziehbaren Eindruck von betörenden Aspekten der zeitgenössischen Musik.
Ursula Mamloks intensives und farbiges Klaviertrio „Panta Rhei“ beschloss den ersten Konzertteil und es bestand die Möglichkeit, während der Pause Entsprechungen des Gehörten in der expressionistischen Malerei der Moderne zu entdecken. „Tristia“ für Sopran und Violoncello aus dem Jahr 2013 von der 1950 geborenen Komponistin Elena Firsova hat ein gleichnamiges Gedicht von Ossip Mandelstam zur Quelle.
Das Finale knüpfte an den Anfang an. Mit dem Klaviertrio d-moll op.11 von Fanny Hensel erklang nicht nur ein grandioses romantisches Klaviertrio, sondern eine lange vergessene und unterschätzte Komponistin wurde hier gebührend gefeiert. Den Klavierpart hatte, wie schon im zeitgenössischen Trio die japanische Pianistin Yuko Tomeda äußerst versiert inne. Gemeinsam mit Marianne Boettcher und Ehrengard von Gemmingen gelang den drei Musikerinnen ein glänzender Abschluss des gelungenen Abends." 

(Matthias Müller - nmz Mai 2016)

 

 

Weitere Pressestimmen

 

"Gute musikalische Ideen und inspirierte Interpreten trafen bei dem Projekt "Sturm und Ruhe in der Musik" aufeinander: Es war ein großer Erfolg."

(Neue Musikzeitung, Dezember 2014 / Januar 2015)

 

"Mit beeindruckendem Miteinander boten die Interpreten ein dem Ort ganz angemessenes erstes Konzert im neuen Potsdam Museum."

(MAZ) Potsdam, 02.10.2012)

 

"Da passte wirklich keiner mehr rein, so voll war der Saal des Babelsberger Kulturhauses. /.../ Die guten alten Soireen, bürgerliches Bildungsgut, sind eben immer noch nicht aus der Mode gekommen. In Potsdam gibt es sogar einen Verein, der solche Veranstaltungsform seit Jahren pflegt. /.../

Der Gesamteindruck war so überzeugend, dass man das Ensemble nach 90 Minuten gar nicht mehr von der Bühne lasssen wollte."

(Potsdamer Neueste Nachrichten 10.01.2012)

 

 

 

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